Ragų alla Bolognese
Vorbereitung des "Soffritto" zur Bolognese
Beim Soffritto geht es eher um die Kochtechnik, als um ein bestimmtes italienisches Gericht. Soffritto ist nämlich die Basis für viele köstliche Gerichte. Zu einem Soffritto für ein Ragù alla Bolognese gehören, um sich am Originalrezept zu orientieren, 3 Gemüse-Komponenten. Zu meinem Rezept benötigt man:
300 Gramm Karotten
200 Gramm Stangensellerie (auch Staudensellerie genannt)
2 große Zwiebeln (ich empfehle die Gemüsezwiebel)
Zum Dünsten einen guten Schlag Butter (… im Originalrezept „Olivenöl“)
Wasser & Weißwein
Die Zwiebeln schälen und zu kleinen Würfeln schneiden. Die Karotten schälen und ebenfalls zu kleinen Würfeln schneiden. Den Stangensellerie gut abwaschen, am Kopf und am unteren Stengel ca. 1 cm abschneiden und in kleine Würfel schneiden. Das Gemüse ist die Grundlage für die Sauce und sollte daher fein geschnitten sein!
Weiterverarbeitung
In einem größeren Schmortopf ca. 250 Gramm Markenbutter langsam bei mäßiger Temperatur „auslassen“. Sobald die Butter zerlassen ist, die kleinen Zwiebelwürfel
Hinzugeben, die Hitze erhöhen und die Zwiebeln leicht glasig anbraten. Danach die gewürfelten Karotten und den Stangensellerie hinzugeben und gut miteinander vermengen. Das Gemüse nun für ca. 20 Minuten unter gelegentlichem Umrühren leicht dünsten lassen. Die Butter darf nicht köcheln.
Es empfiehlt sich nach ca. 10 Minuten mit einem Gemisch aus Weißwein und Wasser (100ml zu je 50% Wein & 50% Wasser) den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Bis zur Weiterverwendung in der 2. Phase zur Zubereitung abgedeckt zur Seite stellen.
Zutaten zu meiner Ragų alle Bolognese

Einkaufsliste
1,5 Kg grobes Rinderhack
500 Gramm Pancetta
350 Gramm Passata di pomodoro
250 ml Weißwein
125 ml Milch
750 ml Gemüsebrühe
3 EL Butterschmalz
Das fertige Soffritto
Zum Abschmecken
Salz & Pfeffer aus der Mühle
Vorbereitung zum Ragų
Pancetta in etwas größere Würfel schneiden und einen Bräter auf großer Flamme (Elektroherd: Höchste Stufe) aufsetzen.
Zubereitung

Zum Nachkochen
In einem großen Bräter 2 EL Butterschmalz erhitzen, die Würfel vom Panetta hinzugeben und ca. 10 Minuten unter ständigem Umrühren gut anschwitzen. Nun das Rinderhack mit einem weiteren Esslöffel Butterschmalz hinzugeben. Mit hoher Hitze das Rindfleisch ständig wenden, größere Stücke voneinander mit einem Kochlöffel trennen. Wenn das Rindfleisch gut gebräunt ist, mit der Milch übergießen und so lange weiterrühren, bis sich die Flüssigkeit verflüchtet hat. Um jeder Diskussion vorzubeugen, erkläre ich am Ende meiner Rezeptur, warum ich „Milch“ verwende.
Nun das Ganze mit Weißwein aufgießen und erneut einköcheln (reduzieren) lassen. Danach das Tomatenmus (Passata) hinzugeben und gut unterheben. Mit ca. 500 ml Gemüsebrühe auffüllen und nun das vorbereitete Soffritto hinzugeben. Alles für mindestens 4 bis 5 Stunden bei kleinster Flamme leicht vor sich hin köcheln lassen. Gelegentlich umrühren, damit sich am Boden des Bräters nichts ansetzt. Von Zeit zu Zeit die restliche Brühe zugeben.
Bei mir gibt es als Beilage ausschließlich Tagliatelle
Warum Milch?
- Beim Braten reagieren Aminosäuren und Kohlehydrate wie Zucker, Fette und Stärke, die in Milch vorhanden sind, zu neuen Verbindungen. Diese chemischen Reaktionen, die in mehreren Stufen ablaufen, fasst man unter dem Begriff Maillard-Reaktion zusammen.
- Bei der Maillard-Reaktion handelt es sich also nicht um eine, sondern um Tausende von möglichen Reaktionen, bei denen sich eine Aminosäure mit einem Zucker über ein Zwischenprodukt zu Aromastoffen verbindet.
- Die Maillard-Reaktion ist nicht mit dem Karamellisieren zu verwechseln, obwohl beide Reaktionen gemeinsam stattfinden können. Die braunen Endprodukte der Maillard-Reaktion, die Amide, sind in jeder gebackenen, gerösteten oder gebratenen Speise vorhanden und sind für das typische Aroma und den typischen Geschmack verantwortlich.
... das Ganze zum Ausdrucken

Guten Appetit
... einkaufen, nachkochen und genießen [155 KB]
... alles auf 2 Seiten ... viel Spaß
Bis die Tage
Euer Schwob
Noch eine kleine Ergänzung
- Das Ragų alla Bolognese, eingewickelt in frisch gebackenen Pfannkuchen, schmeckt als kleine Mahlzeit mit einem grünen Beilagensalat sehr gut.
- Das Ragų alla Bolognese ist in Kombination mit einer Béchamel die Basis für eine hervorragende Lasagne.