Zum Schwob

Gedankensplitter zum Klimagipfel 2023 in Dubai

Gedankensplitter vom Schwob zum Klimagipfel in Dub


Ich bin bei Gott kein Klimaaktivist, aber langsam sollte doch der Welt und ihren Kleinbürgern ein Licht aufgehen. Schon alleine der Austragungsort war doch ein „Witz“.

Die Vereinigten Arabischen Emirate sind ein Staat auf der Arabischen Halbinsel. Das Land besteht aus einer Föderation von 7 Emiraten, zu denen auch das Emirat Dubai zählt.
Die Erdölvorkommen haben den Boom Dubais begründet. Doch die Ölvorkommen des Emirats sind begrenzt; man schätzt, dass sie bis 2030 erschöpft sein werden. Daher versucht Dubai bereits seit längerem, vom Erdöl unabhängig zu werden und stattdessen in den Bereichen Handel, Finanzen und Tourismus zu wachsen. Nur noch etwa 5 % des Bruttoinlandsproduktes stammen aus der Erdölindustrie.

Daneben darf man Dubai nicht als Einzelstaat betrachten, sondern muss die VAE mit in dieses Konstrukt einbeziehen. Die VAE weisen nach Russland, Iran und Katar, die viertgrößten Gasreserven der Welt auf. Auch das ist mit zu berücksichtigen, wenn man den Ratsvorsitz dieser Klimakonferenz bewerten möchte.

Man muss doch mit Puderzucker bestäubt sein, wenn man Dubai und die VAE zum Verzicht auf das Verbrennen fossiler Stoffe auffordern möchte. Es ist doch nicht anzunehmen, dass diese Emirate auf eine ihrer Haupteinnahmequellen verzichten werden. Allein die Erdölreserven von Abu Dhabis reichen noch mind. 40 Jahre.

Und was möchte Al Jaber? Er benutzt die Bühne der Klimakonferenz, damit er sich als Macher inszenieren kann, als perfekter Organisator, als verlässlicher Mittler und fähiger Verhandler. Er will die Stellung der VAE international auf der politischen Bühne nach vorne bringen und sich der Industrie dieser Welt als Global-Partner vorstellen. Dubai und die VAE verfügen über so viel Geldreserven und Pedro-Dollars, so dass sie unbegrenzte Mittel in die Ansiedlung innovativer Start-Ups vorhalten und High-Tech-Firmen eine Plattform als Investor-Partner anbieten können.

Selbst wir Deutsche machen zwischenzeitlich einen solchen „Bückling“, wo man fast Angst hat, Herr Habeck will die Schuhe des Emirs küssen, anstatt ihm die Hand zu schütteln. Und genau in diesem Umfeld wird ein Klimagipfel organisiert. In meinen Augen ist dies der „Gipfel“ der Dummheit. Glaubt denn irgendjemand daran, dass den VAE in irgendeiner Weise das Leid untergehender Inseln näher geht?

Man muss sich vor Augen führen, dass es in den Vereinigten Arabischen Emiraten keine Meinungs- oder Pressefreiheit gibt. Menschen werden in, von unabhängigen Gremien, als unfairen Prozessen zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. In den Gefängnissen und Haftanstalten der VAE sind Häftlinge unter trostlosen und unhygienischen Bedingungen untergebracht. Einige Menschenrechtsorganisationen prangern an, dass vielen Häftlingen medizinische Versorgung verweigert wird. Gerichte verhängten 2021 auch weiterhin neue Todesurteile, vor allem gegen ausländische Staatsangehörige wegen Gewaltverbrechen. Es gibt glaubhafte Berichte über Hinrichtungen.

Ja, Dubai beteiligt sich an einem Fond, welcher die Klimaschäden in ärmeren Ländern ausgleichen soll: 100 Millionen, was für eine Summe. Im Jahr 2022 hat das Bruttoinlandsprodukt von den Vereinigten Arabischen Emiraten rund 507,06 Milliarden US-Dollar betragen. Für das Jahr 2023 wird das Bruttoinlandsprodukt von den Vereinigten Arabischen Emiraten auf rund 509,18 Milliarden US-Dollar prognostiziert. Der Beitrag, den die VAE für den Klimafond aufwendet beträgt gerade mal 0,02 %.

Aber, ehrlicherweise stellt sich unser Umweltminister hin und spricht davon, welch große Investition in das Abmildern von Klimaschäden der deutsche Beitrag sei. Man kann es Nachrechnen. Das BIP 2022 betrug 3,88 Billionen Euro. Wie oft steht hier eine Null hinterm Komma. Genau, noch eine Null mehr, also 0,0025 %.

Und mit diesen 0,0025% protzen wir vor dieser Welt

  • Vor einer Welt, auf der die Wellen immer größer werden.

Die Stärke der Wellen und die Zunahme von Erschütterungen sind Faktoren dafür, was die großen Stürme auf der ganzen Welt anrichten". Die globale Erwärmung lädt die Atmosphäre auf, was zu stärkeren Stürmen mit intensiveren Winden führt, die größere Wellenhöhen erzeugen.

Bei immer extremeren Wellen, die durch Stürme ausgelöst werden, kann der Sedimenttransport beträchtlich sein, was zu Erosion führt und die Infrastruktur an den Küsten weltweit beeinträchtigt. Wenn den Massen an Wasser nichts mehr entgegenwirken kann, steigt in Folge der Wasserspiegel, was zu Überschwemmungen an den Küsten führt. Ganze Inselgruppen und Küstenstädte sind mittlerweile bedroht. Und der Landwirtschaft werden weltweit jedes Jahr mehrere tausend Ha. Ackerland unwiederbringlich entzogen.

Und mit diesen 0,0025% protzen wir vor dieser Welt

  • Vor einer Welt, auf der der CO2-Ausstoss nicht reduziert wird.

Alle sagen als Alibi, dass Deutschland weltweit betrachtet nur für einen geringen Anteil der CO2-Emissionen verantwortlich sei und daher weitere Klimaschutzmaßnahmen quasi sinnlos seien.

Aber, wahr ist, dass Deutschland mit Blick auf die Bevölkerungszahl deutlich mehr CO2 ausstößt als der weltweite Durchschnitt. Dazu kommt, dass Deutschland bereits bis Mai alle Ganzjahres-Ressourcen verbraucht, der Durchschnitt der Welt jedoch 60 Tage später. Beim Ressourcenverbrauch sind wir weltweit führend.

Und mit diesen 0,0025% protzen wir vor dieser Welt

  • Vor einer Welt, auf der das Arktische-Eis Jahr um Jahr weniger wird.

Die Arktis hat 2023 den heißesten Sommer aller Zeiten verzeichnet, so US-Forscher - ein Zeichen des "sich beschleunigenden Klimawandels". Die Arktis hat einem Bericht der US-Klimabehörde NOAA zufolge in diesem Jahr ihren wärmsten Sommer seit Beginn der Messungen erlebt. Laut dem Bericht, an dem 82 Autoren aus 13 verschieden Ländern mitgewirkt haben, setzt sich die Erwärmung der Meeres- und Lufttemperaturen weiter fort.

Dies führt demnach zu einer Abnahme der Schneedecke, zum Rückgang des Meereises und einem weiteren Abschmelzen des grönländischen Eisschilds.

Und mit diesen 0,0025% protzen wir vor dieser Welt

  • Vor einer Welt, die sich immer mehr erwärmt und das Klimaziel von Paris verfehlen wird.

Sengende Hitzewellen in Südamerika, Japan, Europa und den USA, dazu die schweren Regenfällen in Italien, Griechenland und Mitteleuropa. Die NASA hat bestätigt, dass der Sommer 2023 der wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen ist. UN-Generalsekretär António Guterres sagte, "unser Klima implodiert schneller, als wir mit extremen Wetterereignissen, die jeden Winkel des Planeten treffen, fertig werden können". Auch die Permafrostböden in der Arktis tauen dem Bericht zufolge weiter auf. Dadurch droht die Freisetzung von bislang in dem gefrorenen Untergrund gebundenem Kohlendioxid, was zu einer Beschleunigung des globalen Klimawandels führen könnte.

Die Permafrostböden sind Teil des Ökosystems der arktischen Tundra. Grundsätzlich wird Boden als Permafrost bezeichnet, wenn er über mehr als zwei Jahre dauerhaft gefroren ist. Die meisten Permafrostböden sind in der Arktis zu finden, manchmal hunderte von Metern tief, und meist deutlich älter als zwei Jahre. Eingefroren in den Tiefen der Arktis liegen riesige Mengen uralter Biomasse. Viele enthalten Kohlenstoffablagerungen, die aus der letzten Eiszeit stammen oder sogar noch weiter zurückreichen. Permafrostböden sind also riesige Kohlenstoffsenken. Der IPCC schätzt, dass in den Permafrostböden derzeit mehr als die doppelte Menge CO2 eingeschlossen ist, die sich derzeit in der Atmosphäre befindet.

Und mit diesen 0,0025% protzen wir vor dieser Welt

  • Vor einer Welt, die sich auf mehr an Extremsituationen einstellen muss.

Studien belegen, dass der Klimawandel die Häufigkeit der Extremwetterereignisse insgesamt erhöht und langanhaltende Klimaextreme ermöglicht. So hat sich die Anzahl von Extremwetterereignissen, wie etwa Stürmen, Dürren, Bränden und Überflutungen seit den Anfängen der 1990er Jahre verdoppelt.

Die Atlantische Hurrikan-Saison 2023 begann offiziell am 1. Juni 2023 und endete am 30. November 2023. Während dieser Periode bilden sich üblicherweise im nördlichen Atlantischen Ozean die meisten Hurrikane, da nur zu dieser Zeit geeignete Bedingungen wie ein erwärmter Ozean, feuchte Luft und wenig Windscherung vorherrschen, welche die Bildung tropischer Wirbelstürme ermöglichen.

Gemessen an der Zahl der Stürme war die Saison 2023 eine der intensivsten seit Beginn der Aufzeichnungen. Mit steigender Erderwärmung werden immer größere Bevölkerungsteile mit Wasserknappheit, Wasserqualitätsproblemen und Dürren konfrontiert werden. Ärmere Menschen, Frauen und Kinder, die indigene Bevölkerung, Ältere und nichtversicherte Menschen sind von den Auswirkungen stärker betroffen, als wir in Europa. Aber wir in Europa tragen zur Erderwärmung bei. Wir in Deutschland sitzen nicht in einem sich selbst reinigenden Glashaus.

Und mit diesen 0,0025% protzen wir vor dieser Welt

  • Vor einer Welt, in der es immer mehr Klimaflüchtlinge aufgrund Wasserknappheit und riesige Dürren gibt.

Laut dem Internal Displacement Monitoring Centre (IDMC), so der UNHCR, haben 2022 mehr als 32 Millionen Menschen ihre Heimat aufgrund von Katastrophen und klimabedingten Ereignissen wie Dauerregen, langanhaltenden Dürren, Hitzewellen und Stürmen sowohl kurz- als auch langfristig verlassen müssen. Das ist die höchste Zahl seit einem Jahrzehnt.

Die Menschen müssen versuchen, sich an diese Situation anzupassen, aber für viele wird es den bewussten Umzug in eine andere Region bedeuten, um überleben zu können. Die Situation hat das Potential, Konflikte zwischen betroffenen Regionen und Ländern heraufzubeschwören, wenn immer mehr Menschen um immer weniger Ressourcen konkurrieren. Wir in Europa müssen, wenn wir den Klimawandel nicht stoppen können befürchten, dass betroffene Menschen, ausgelöst durch eine Hungers- und Dürreflucht, Zuflucht bei uns suchen werden. Und ich befürchte, es werden bis nach den Jahren 2040 ca. 205 Millionen sein.

Nur am Rande:

Rund die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten in den weltweit bedeutendsten Naturregionen werden mittelfristig dem Klimawandel zum Opfer fallen. Selbst wenn das obere Ende der Beschlüsse im Pariser Klimavertrag eingehalten werden „könnten“, fiele der Rückgang der Artenvielfalt erheblich aus: In diesem Fall würde noch jede vierte Spezies in den Schlüsselregionen für immer „verschwinden“.

Lasst es Euch gut gehen.

Bis die Tage
Euer Schwob

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