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Marktflegga

Marktflegga

Das Marktrecht war im Mittelalter "die Gerechtsame", also das Recht, einen ständigen Markt, z. B. in Form eines Wochenmarkt abzuhalten. Der dafür bestimmte Platz ... der Marktflegga ... stand dann unter einem besonderen Recht für die Marktbetreiber und seine Besucher.

Erweitert war das Privileg "Marktflecken oder auch Marktort" für die Entwsicklung manchen Städte von entscheidender Bedeutung. Die Verleihung eines Marktrechtes für bestimmte Orte stand in den Anfängen dieser "Marktverleihung" lediglich dem König zu. Erst im 12. Jahrhundert ging die Erlaubnis, einem Ort das Marktrecht zu gewähren, auch auf geistliche und weltliche Fürsten über. Dies erst gestattete ihnen mit der Gewährung eines Marktrechtes die Gründung von Städten.

Zur Umsetzung und Anwendung des Marktrechtes wurde der Marktvogt befähigt. Er war eine von der Obrigkeit eingesetzte Person, um die Aufsicht über die von den Anbietern am Marktag auszustellenden Waren und Lebensmitteln zu führen und deren Preise zu ermitteln. Über den jeweiligen Verkaufspreis wurde das fällige Marktgeld vom Marktvogt einkassiert und in den Stadtsäckel eingebracht. Man kann sich bildhaft vorstellen, dass die Position eines Marktvogts, der eines "Herren" gleichkam. Nicht alles, was in seinen Talerbeutel an Marktgeldern floss, gelangte am Ende eines Markttages 1:1 in der Stadtkasse.

Esslingen am Neckar erhielt zum Beispiel unter Karl dem Großen schon um 800 das Marktrecht, und Kaiser Heinrich II. verlieh im Zuge einer Verwaltungsreform dem Marienstift Prüm im Jahr 1016 als erstem Stift im Heiligen Römischen Reich Münzprivilegien und Marktrecht. Im Marktrecht eingeschlossen war das Bürgerrecht, das unter anderem das Privileg einer besseren Rechtsstellung und eines niedrigeren Steuersatzes mit sich brachte.



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